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Infomaniak: CH-Hosting in Genf, ISO 27001 + 14001, 100% Wasserkraft, CHF-Preise
Infomaniak betreibt eigene Rechenzentren in Genf, halt 100% CH-Hosting unter CH-Recht, ist ISO 27001 + ISO 14001 zertifiziert und rechnet in CHF.
Recherche & Faktencheck: DuneDive LLC · Stand: 2026-05
Was ist Infomaniak?
Infomaniak Network SA ist eine Schweizer Aktiengesellschaft mit Sitz in Genf, gegründet 1994, vollständig in Privatbesitz und nicht boersennotiert. Stand Mai 2026 betreut Infomaniak rund eine Million Kunden, überwiegend aus der Schweiz, Frankreich, Belgien und der Romandie. Drei eigene Rechenzentren in Genf und Umgebung tragen den gesamten Betrieb, ein viertes Rechenzentrum mit Wärmerückgewinnung für ein Wohnquartier wurde 2024 in Plan-les-Ouates in Betrieb genommen.
Das Angebot deckt das volle Hosting-Spektrum ab. Klassisches Web-Hosting ab CHF 5.75/Monat (Standard) bis CHF 24.50/Monat (Premium) inklusive E-Mail-Postfächer und kostenlosem SSL. Mail-Hosting separat ab CHF 1.50/Postfach/Monat mit Anti-Spam, Anti-Virus, Backup und Webmail. Die Public Cloud (Manager-IaaS) liefert virtuelle Maschinen ab CHF 5.65/Monat für eine 1-vCPU-2-GB-VM mit 20 GB SSD und ist auf OpenStack-Basis aufgebaut. Daneben gibt es Object Storage (S3-kompatibel), DNS, Domain-Registrar-Service, eine Kubernetes-Service-Plattform und kSuite als Schweizer Alternative zu Google Workspace.
Mai 2026 hat Infomaniak einen öffentlichen API-Endpoint für das Schweizer Sprachmodell Apertus angekündigt. Damit positioniert sich Infomaniak als erster Schweizer Hoster mit Inference-as-a-Service für ein lokal trainiertes Modell in einem Schweizer Rechenzentrum. Der Endpoint ist nach OpenAI-Schema kompatibel, der Vertrag läuft unter Schweizer Recht, die Abrechnung erfolgt pro Token in CHF.
Der Strom kommt zu 100% aus erneuerbaren Quellen, davon der Loewenanteil aus Schweizer Wasserkraft. Infomaniak ist B-Corp-zertifiziert, ISO 14001 (Umweltmanagement) und ISO 27001 (Informationssicherheit). Diese Kombination ist im Markt selten und macht Infomaniak für Schweizer Treuhandbüros und Anwaltskanzleien mit Nachhaltigkeits-Reporting attraktiv.
Warum es wichtig ist
Drei Punkte sind für Schweizer Treuhand- und KMU-Kunden ausschlaggebend: vollständige CH-Datenresidenz unter CH-Recht, ein eindeutiges nachhaltiges Strom-Profil, und ein praktischer FINMA-Pfad für kleinere Mandate.
Datenresidenz und Recht: Infomaniak ist eine Schweizer AG mit Sitz in Genf, der Vertragspartner ist eine Schweizer juristische Person, die Daten liegen physisch in Schweizer Rechenzentren. Damit liegt der Sachverhalt klar im Anwendungsbereich des revidierten revDSG. Es gibt keinen Drittlandtransfer, keine US-Mutter, keine Cloud-Act-Exposition. Ein Mandant unter Berufsgeheimnis nach Art. 321 StGB kann ohne Transfer Impact Assessment dokumentiert werden – der Aufwand für das Compliance-Dossier reduziert sich auf das Vertrags-PDF und das ISO-27001-Zertifikat. evDSG-Konformität für Treuhand-Daten ist damit out-of-the-box gegeben. Der Auftragsbearbeitungs-Vertrag nach Art. 9 revDSG wird im Kundenbereich erstellt, mit Firmenangaben signiert und zurückgespielt. Für Mandate mit höherer Sensitivität (Verwaltung, Notariat) bietet Infomaniak optional Kunden-eigene Verschlüsselungs-Schlüssel an, was die Compliance-Position weiter stützt.
Nachhaltigkeit: 100% Schweizer Wasserkraft, dokumentiert mit Herkunfts-Zertifikaten, plus aktive Wärmerückgewinnung in Plan-les-Ouates. Wer einen ESG-Report mit konkreten Zahlen liefern muss, hat hier eine vertretbare Position. Im Vergleich zu Hyperscalern, deren Strom-Mix sich oft nur auf REC-Zertifikate stützt, ist das ein realer Unterschied.
Preislich liegt Infomaniak zwischen Hetzner und Swisscom Cloud. Eine vergleichbare VM ist etwa zwei bis dreimal teurer als bei Hetzner, dafür aber drei bis fünfmal günstiger als bei Swisscom Cloud bei vergleichbarer Konfiguration. Für eine 5-15-Personen-Treuhandfirma mit CH-Residenz-Anspruch ist das der Sweet Spot.
Wie es funktioniert
Bestellung: über das Manager-Portal unter manager.infomaniak.com. Konto-Anlage mit Schweizer Mehrwertsteuer-Logik, Bezahlung per Kreditkarte, TWINT, Banktransfer oder PostFinance. VMs sind typisch in 60-120 Sekunden bereitgestellt, Web-Hosting sofort. SSH-Zugang via Public Key, Root-Passwort optional.
Beispiel-Preise Mai 2026: Public Cloud VM mit 4 vCPU, 8 GB RAM und 80 GB SSD kostet CHF 22.70/Monat. Eine 8 vCPU, 32 GB RAM und 200 GB SSD-Konfiguration liegt bei CHF 89/Monat. Object Storage 1 TB kostet CHF 9.90/Monat. Backup-Storage 100 GB liegt bei CHF 4.30/Monat. Kubernetes Service ab CHF 95/Monat für einen Cluster mit drei Worker-Nodes. Mail-Hosting ab CHF 1.50/Postfach/Monat für 2 GB, bis CHF 7.90/Postfach/Monat für 1 TB Storage.
Netzwerk: jede VM erhält eine öffentliche IPv4 und IPv6-Adresse. Egress-Traffic in der Public Cloud ist bis 1 TB/Monat kostenlos enthalten, danach CHF 0.02 pro GB – ein klares Preisschild ohne die Egress-Schock-Logik der US-Hyperscaler. Private Netze stehen für Multi-VM-Setups zur Verfügung, ebenso Load Balancer.
Storage: lokale SSD an jeder VM, plus separater Block Storage (CHF 0.04/GB/Monat) als persistenter Volume-Mount, plus Object Storage (CHF 0.0099/GB/Monat) als S3-kompatibler Speicher für Backups, Logs und statische Inhalte. Snapshots werden automatisch erstellt und sind in der VM-Miete enthalten.
Vertragsdetails: alle Verträge laufen unter Schweizer Recht, Gerichtsstand Genf. Der Auftragsbearbeitungs-Vertrag nach revDSG Art. 9 wird im Kundenbereich aktiv erstellt – Firmenangaben eintragen, signierte PDF zurückholen. Für eine Schweizer Firma reicht das in der Regel zur Vorlage bei einer Kantonsstellen-Prüfung.
Apertus-API: der angekündigte Endpoint läuft nach OpenAI-Chat-Completions-Schema und ist mit Tool-Calling und Streaming kompatibel. Abrechnung pro Token, Preise stehen Mai 2026 noch nicht final fest. Die Inference-Hardware steht in Schweizer Rechenzentren, das Modell bleibt in der Schweiz, der Aufruf bleibt unter CH-Recht.
Umzug: ein typischer Migrations-Pfad von einem Schweizer Hoster oder einem US-Cloud-Bucket zu Infomaniak dauert 2-5 Tage je nach Komplexität. Datenbank-Dump, Docker-Compose-Stack auf der neuen VM rebuilden, DNS umstellen, Monitoring umhängen. Infomaniak hat einen kostenlosen Migrations-Service für Web-Hosting-Kunden mit bis zu 5 Websites.
Infomaniak-Setup für Treuhand-KI in 5 Schritten
- 01Konto anlegen unter manager.infomaniak.com, Firmenangaben mit UID-Nummer hinterlegen, Bezahlmethode TWINT oder Banktransfer wählen.
- 02Auftragsbearbeitungs-Vertrag nach revDSG Art. 9 im Manager-Portal generieren, signierte PDF in den Compliance-Ordner ablegen.
- 03Public Cloud VM bestellen – Sizing 4 vCPU, 8 GB RAM, 80 GB SSD für CHF 22.70/Monat als Start, Ubuntu 24.04 LTS oder Debian 12 als Image.
- 04Initial Hardening: SSH auf nicht-Standard-Port, ufw aktiv, CrowdSec oder Fail2ban, automatische Sicherheits-Updates, unprivileged sudo-Benutzer.
- 05Docker-Compose-Stack ausrollen: n8n, Postgres, Qdrant hinter Nginx mit Lets-Encrypt-SSL, plus optional Apertus-API-Anbindung über den Infomaniak-Endpoint.
Wann Infomaniak einsetzen
Infomaniak ist die richtige Wahl, wenn strikte CH-Datenresidenz Pflicht ist und der Strom-Mix im ESG-Report eine Rolle spielt. Konkrete Fälle: Treuhandbüro mit 50 Mandanten und kantonalen Prüfungs-Anforderungen, Anwaltskanzlei mit Mandaten unter Berufsgeheimnis, KMU mit Schweizer Stammkundschaft und Reporting-Pflichten.
Auch für Mail-Hosting eignet sich Infomaniak besser als die meisten EU-Anbieter. Die Anti-Spam-Engine ist seit Jahren stabil, die Webmail-Oberfläche ist auf Deutsch, Französisch und Italienisch verfügbar, die Postfächer liegen in Genf. Wer Microsoft 365 wegen CLOUD Act ablehnt, hat hier eine Alternative ohne Kompromisse.
Für einen Apertus-API-Test ist Infomaniak Mai 2026 die natürliche erste Wahl, weil der Endpoint ohne Drittlandtransfer-Diskussion auskommt. Das Compliance-Dossier ist trivial, der Vergleich gegen OpenAI ist einfach zu führen, der Aufruf läuft unter CH-Recht.
Wann NICHT
Wer harte Budget-Disziplin braucht und keine CH-Residenz-Pflicht hat, ist bei Hetzner mit Faktor 2-3 niedrigeren Kosten besser bedient. Eine Apertus-API lässt sich auch über einen Hetzner-GPU-Server selbst hosten, wenn die Compliance-Frage anders gelagert ist.
Wer Multi-GPU-Cluster für Training braucht, findet Mai 2026 bei Infomaniak kein passendes Angebot – die GPU-Verfügbarkeit ist im Aufbau, aber noch nicht auf dem Niveau von OVHcloud oder den US-GPU-Clouds. Für reine Inferenz auf einer einzelnen Karte über den Apertus-Endpoint ist Infomaniak passend, für eigenes Llama-3-Finetuning besser zu OVHcloud, Scaleway oder einem US-GPU-Anbieter.
Auch ungeeignet: Anwendungen mit globaler Latenz-Anforderung. Infomaniak hat alle Standorte in Genf, eine Anbindung aus Asien oder Suedamerika ist nicht optimal. Wer global ausliefert, kombiniert Infomaniak mit einem CDN wie Cloudflare oder BunnyCDN.
Generelle Vorsicht: Infomaniak ist weniger automatisierungs-freundlich als AWS oder Hetzner. Die API existiert, ist aber nicht so breit wie ein Terraform-Provider für AWS. Für Infrastructure-as-Code-Teams ist das ein Aufwand, für Klick-Ops-Workflows ist das egal.
Vor- und Nachteile
STÄRKEN
- 100% CH-Datenresidenz unter CH-Recht, kein Drittlandtransfer für Standard-Mandate
- ISO 27001 + ISO 14001 + ISO 50001 + B-Corp, breite Compliance-Basis
- 100% Strom aus Schweizer Wasserkraft, dokumentiert mit Herkunfts-Zertifikaten
- Apertus-API-Endpoint angekündigt Mai 2026 – Inference-as-a-Service auf CH-Boden
SCHWÄCHEN
- Faktor 2-3 teurer als Hetzner bei vergleichbarer Konfiguration
- GPU-Angebot Mai 2026 im Aufbau, kein Multi-GPU-Training möglich
- Alle Standorte in Genf, kein globaler Lastausgleich ohne CDN
- API weniger breit als bei AWS/Hetzner, Infrastructure-as-Code-Aufwand höher
Häufige Fragen
Ist Infomaniak FINMA-tauglich?
Für kleinere und mittlere FINMA-regulierte Mandate ja, mit klarer Dokumentation. Infomaniak ist ISO 27001 zertifiziert, die Daten liegen in der Schweiz, der Vertragspartner ist eine Schweizer AG. Für hochregulierte Konstellationen (Bank, Versicherung mit überwiegend retail-Kundschaft) ist Swisscom Cloud oder Safe Swiss Cloud mit expliziter FINMA-Dokumentation passender. Im Zweifel: vorab mit dem zuständigen Compliance-Officer abklären.
Wie funktioniert der Apertus-API-Endpoint?
Mai 2026 angekündigt, OpenAI-Chat-Completions-Schema, Streaming und Tool-Calling unterstützt. Die Inference-Hardware steht in Genf, das Modell ist Apertus-70B in der Standard-Auslieferung. Abrechnung pro Token in CHF. Der Vorteil: keine Drittlandtransfer-Diskussion, kein Compliance-Risiko für Berufsgeheimnis-Daten. Der Nachteil: das Modell ist (Mai 2026) noch nicht auf GPT-4o-Niveau bei Codierung und Mathematik. Für Treuhand-Aufgaben wie Belegklassifikation, Ausgangs-E-Mail-Vorbereitung und Mandanten-FAQ ist es passend.
Was kostet ein produktiver KI-Stack auf Infomaniak?
Public Cloud VM mit 8 vCPU, 32 GB RAM, 200 GB SSD: CHF 89/Monat. Object Storage 200 GB: CHF 2/Monat. Backup-Storage 100 GB: CHF 4.30/Monat. Mail-Hosting für 10 Postfächer zu je 50 GB: CHF 35/Monat. Zusammen rund CHF 130/Monat für den Hosting-Layer einer 10-Personen-Treuhandfirma. Die Apertus-API-Token-Kosten kommen extra (variabel je Volumen). Insgesamt CHF 150-300/Monat für ein produktives Setup mit CH-Residenz.
Welche ISO-Zertifizierungen hat Infomaniak?
ISO 27001 (Informationssicherheits-Management) seit 2021, ISO 14001 (Umweltmanagement) seit 2018, ISO 50001 (Energiemanagement) seit 2023, plus B-Corp-Zertifizierung. Diese Kombination ist im Schweizer Markt selten und ist ein deutliches Compliance-Signal für Mandanten mit ESG-Reporting-Pflicht. Auditberichte sind im Kundenbereich abrufbar.
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