FAQ · KI FÜR KMU
FAQ KI für KMU: 35 häufige Fragen aus Praxis, Recht und Kosten
Antworten auf die häufigsten KI-Fragen aus Schweizer KMU: Kosten, Datenschutz, Tools, Halluzinationen, FINMA, EU AI Act. Stand Mai 2026.
Recherche & Faktencheck: DuneDive LLC · Stand: 2026-05
Was diese FAQ abdeckt
Diese FAQ sammelt die 35 Fragen, die uns Schweizer Treuhand-, Anwalts- und KMU-Kunden zwischen Anfang 2025 und Mai 2026 am häufigsten gestellt haben. Die Antworten sind 2-4 Sätze lang, mit Stand Mai 2026, und verweisen wo sinnvoll auf vertiefende Wissens-Seiten.
Die Themen-Mischung deckt sechs Bereiche ab. Kosten und Wirtschaftlichkeit (Was kostet eine KI-Lösung für ein 5-Personen-Büro, wie schnell amortisiert sich ein Pilot, was kostet ein eigener Server). Datenschutz und Recht (Mandantendaten an ChatGPT, DSG-Konformität, DPIA-Pflicht, FINMA, EU AI Act, Haftung). Werkzeug-Auswahl (GPT-4o vs Claude, Apertus, Multimodal, Open-Weight vs Closed). Sicherheit und Betrieb (ChatGPT-Ausfall, Halluzinationen, Prompt-Injection, KI-Vorfall, Schatten-KI, Audit-Trail). Use-Cases (Bexio-Integration, M365, Steuererklärung, Mahnwesen, Mail-Triage). Implementierung (Self-Hosting, Fine-Tuning, Mitarbeiter-Schulung).
Warum die Fragen wichtig sind
Schweizer KMU kaufen Mai 2026 zum ersten Mal in grösserem Stil KI ein. Beratungs-Anbieter wachsen schnell, viele liefern Halbwissen. Wer nicht weiss, was er fragen muss, kauft falsch oder zu teuer.
Die 35 Fragen hier sind genau die, die uns in Erst-Gesprächen gestellt werden, bevor das Projekt beginnt. Sie zu beantworten ist die billigste Risiko-Reduktion. Eine falsch beantwortete Frage zur DSG-Konformität kann eine Aufsichtsbehörden-Meldung kosten; eine über Halluzinationen kann ein Mandanten-Vertrauen zerstören.
Zweitens spart die FAQ Zeit. Statt für jede Frage eine Stunde Beratung zu kaufen, finden Sie hier die Antworten in einem Dokument. Bei tieferen Fragen verweisen wir auf die jeweilige Wissens-Seite mit Detail-Tiefe.
Wie Sie die FAQ nutzen
Die FAQ ist nach Themen-Blöcken geordnet (Kosten, Recht, Tools, Sicherheit, Use-Cases, Implementierung). Lesen Sie die für Sie relevanten Blöcke in der dort gewählten Reihenfolge – die Antworten bauen teilweise aufeinander auf (Pilot-Kosten → Amortisation → Self-Hosting).
Drei Empfehlungen.
Erstens: Beantworten Sie die FAQ in Ihrem Führungs-Team gemeinsam. Welche Fragen haben Sie schon geklärt, welche nicht? Welche Antwort passt zu Ihrem Kontext, welche braucht zusätzliche Prüfung? Dauer ca. 90 Minuten.
Zweitens: Prüfen Sie Anbieter-Angebote gegen die FAQ-Antworten. Wenn ein Anbieter "DSG-konform" verspricht, aber kein DPIA durchführt, ist die Antwort hier wichtig.
Drittens: Aktualisieren Sie Ihre eigene interne FAQ-Version halbjährlich. KI-Markt ändert sich rasch; Mai 2026 ist nicht November 2026.
FAQ in 5 Schritten nutzen
- 01Themen-Block wählen (Kosten, Recht, Tools, Sicherheit, Use-Cases, Implementierung) und die zugehörigen Fragen überfliegen.
- 02Für jede relevante Frage die 2-4 Sätze Antwort lesen und den Link zur Tiefen-Seite anklicken, wenn Sie mehr brauchen.
- 03Anbieter-Angebote gegen die FAQ-Antworten prüfen – wo der Anbieter abweicht, schriftliche Klärung anfordern.
- 04Antworten gemeinsam mit dem Führungs-Team durchgehen (90 Minuten), offene Punkte für Folge-Beratung sammeln.
- 05Eigene interne FAQ-Version mit firmenspezifischen Antworten erstellen, halbjährlich pflegen.
Wann die FAQ heranziehen
Die FAQ ist nützlich in vier Momenten.
Vor einem Erst-Gespräch mit einem KI-Anbieter. Lesen Sie die relevanten Antworten, formulieren Sie Folge-Fragen. Sie sparen ein Beratungs-Honorar für Standard-Themen.
Vor einem Geschäftsleitungs-Beschluss. Wenn die GL über Budget oder Tool-Wahl entscheidet, brauchen alle Beteiligten denselben Wissens-Stand. Die FAQ ist 60 Minuten Lese-Aufwand.
Vor einer Mitarbeiter-Information. Wer Mitarbeitende über neue KI-Tools informiert, sollte FAQ-Antworten kennen. Mitarbeitende stellen die gleichen Fragen.
Nach einem Vorfall. Wenn etwas schiefging (Halluzination im Mandanten-Brief, Datenleck via ChatGPT), liefert die FAQ erste Reaktions-Schritte und verweist auf das Incident-Playbook.
Wann die FAQ nicht reicht
Die FAQ ist ein erstes Orientierungs-Werkzeug. Drei Grenzen.
Für den konkreten Vertrag mit OpenAI oder Anthropic reicht die FAQ-Antwort zu "Daten bei OpenAI" nicht. Hier muss das DPA gelesen und gegen Ihren Mandanten-Vertrag gespiegelt werden – Aufgabe für einen Datenschutz-Beauftragten oder Anwalt.
Für einen FINMA-bewilligten Betrieb reicht "FINMA-Antwort" hier nicht. Banken und Versicherungen brauchen eine bewilligungs-konforme Architektur-Dokumentation. Die FAQ markiert die Pflicht; die Umsetzung braucht ein Projekt.
Für ein konkretes Pricing-Angebot reicht "Was kostet X" hier nicht. Die Antworten geben Bandbreiten (CHF 1500-6000, CHF 12000-25000). Ein konkretes Angebot braucht eine 60-Minuten-Bedarfs-Analyse mit Ihren Systemen und Volumina.
Wenn Sie eine der 35 Fragen nicht in dieser Liste finden, formulieren Sie sie und schicken Sie sie an uns – wir antworten typischerweise innert eines Arbeitstages und nehmen Standard-Fragen in die nächste FAQ-Version auf.
Vor- und Nachteile
STÄRKEN
- Schnelle Antwort auf die 35 häufigsten Einstiegs-Fragen
- Mit Mai-2026-Preisen, -Modellen und -Regulierung aktuell
- Jede Antwort verlinkt eine vertiefende Wissens-Seite
- Spart Beratungs-Honorar bei Standard-Themen
SCHWÄCHEN
- Antworten sind generisch – kein Ersatz für projekt-spezifische Beratung
- Preis-Bandbreiten breit; konkretes Angebot braucht Bedarfs-Analyse
- Mai-2026-Stand; halbjährliche Aktualisierung empfohlen
- Branchenspezifika (FINMA, Anwälte, Medizin) brauchen vertiefte Prüfung
Häufige Fragen
Was kostet KI für ein 5-Personen-Treuhandbüro?
Realistisch liegt der Einstieg bei CHF 1500-3500 pro Monat: ChatGPT Business oder Claude Team Lizenzen (ca. CHF 30/Person), ein RAG-Pilot für Mandanten-Dokumente (Einrichtung CHF 8000-15000 einmalig), und CHF 200-500/Monat laufende Cloud-Kosten. Ohne RAG ist der Einstieg unter CHF 500/Monat möglich. Siehe was-kostet-ki-automation-kmu.
Darf ich Mandantendaten an ChatGPT senden?
Nicht ohne weiteres. Sie brauchen einen Auftragsverarbeitungs-Vertrag mit OpenAI (im Business- und Enterprise-Plan verfügbar), eine dokumentierte Daten-Klassifikation und unter Berufsgeheimnis (StGB 321) zusätzlich eine Mandanten-Einwilligung oder Pseudonymisierung. Im Free- und Plus-Tarif ist es klar nicht zulässig für personenbezogene Mandantendaten. Siehe berufsgeheimnis-stgb-321-ki und ndsg-revfadp-ki.
Ist Apertus eine echte Alternative zu Claude?
Apertus ist das Schweizer Open-Weight-Modell der ETH/EPFL (Veröffentlichung 2025, Weiterentwicklungen 2026). Es ist auf Deutsch, Französisch und Italienisch gut, in der Spitzen-Reasoning-Leistung aber unter dem aktuellen Claude-Spitzenmodell und GPT-4o. Für Use-Cases mit Souveränitäts-Anforderung (FINMA, Verwaltung) ist es eine ernstzunehmende Option; für reine Qualitäts-Spitze nicht. Siehe apertus-swiss-ai-modell.
Wie schnell amortisiert sich ein RAG-Pilot?
Typische RAG-Piloten amortisieren sich in 4-9 Monaten, wenn der Use-Case stimmt (Mandanten-FAQ, interne Wissens-Suche, Mahnwesen). Ein CHF 12000-Pilot, der 1 Stunde Sachbearbeiter-Zeit pro Tag spart (Stundensatz CHF 80), zahlt sich in 7 Arbeitsmonaten zurück. Pilot-Auswahl entscheidet – falscher Use-Case zahlt nie zurück. Siehe was-kostet-rag-pilot.
Was passiert beim ChatGPT-Ausfall?
OpenAI-Ausfälle dauern Mai 2026 typisch 15-90 Minuten und treten ca. 2-4 mal pro Quartal auf (siehe status.openai.com Historie). Geschäftskritische Use-Cases brauchen einen Fallback über LLM-Gateway: bei OpenAI-Ausfall automatisch auf Claude oder Mistral umschwenken. Siehe was-ist-llm-gateway und multi-llm-routing-strategien.
Kann ich KI im FINMA-Umfeld einsetzen?
Ja, aber unter dem FINMA-Rundschreiben "Operationelle Risiken" plus dem AI-spezifischen Leitfaden (Stand 2025). Pflicht sind unter anderem dokumentierte Risiko-Bewertung, Modell-Governance, Audit-Trail und Outsourcing-Prüfung bei Cloud-Anbietern. Siehe finma-ki-rundschreiben und finma-awareness.
Wie viel Zeit spart KI-Mailtriage pro Tag?
In Praxis-Messungen bei Treuhand- und Anwalts-Büro zwischen 30 und 90 Minuten pro Sachbearbeiter und Tag. Voraussetzung: ein RAG-Index über die letzten 24-36 Monate Mandanten-Korrespondenz plus Klassifikation in Kategorien (Frist-relevant, Standard-Frage, Honorar-Diskussion). Bei 8 Sachbearbeitern sind das 4-12 Stunden pro Tag oder 80-240 Stunden pro Monat. Siehe email-triage-automation.
Wie verhindere ich KI-Halluzinationen?
Reduzieren, nicht eliminieren. Drei Schichten: (1) RAG mit Quellen-Pflicht im System-Prompt, (2) Citation-Check nach der Antwort (sind die Quellen wirklich im Retrieval?), (3) Human-in-the-Loop für alle Ausgaben Richtung Mandant. Die dritte Schicht ist nicht verhandelbar bei Berufsgeheimnis-Branchen. Siehe halluzinationen-begrenzen.
Brauche ich eine DPIA für KI?
Unter revFADP Art. 22 ist eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DPIA) bei hohem Risiko für betroffene Personen Pflicht. Eine LLM-Anwendung mit personenbezogenen Mandanten-Daten erfüllt diese Schwelle typischerweise. Aufwand: 1-3 Tage für einen sauberen Erstentwurf, gefolgt von jährlicher Aktualisierung. Siehe dpia-für-ki-systeme.
Welche Sprachen versteht KI gut?
GPT-4o, das aktuelle Claude-Spitzenmodell und Gemini 2 sind in Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch nahezu auf Native-Niveau. Romansh ist schwächer, aber zunehmend nutzbar. Schweizerdeutsch (Mundart) bleibt Mai 2026 anspruchsvoll – Whisper plus ein Sprachmodell ist Standard-Setup für Schweizer Voice. Siehe ki-und-schweizer-mehrsprachigkeit-de-fr-it.
Wie sicher sind meine Cloud-Daten in der Schweiz?
Bei Schweizer Anbietern (Swisscom, Infomaniak, Exoscale, Safe Swiss Cloud) sind die Daten unter Schweizer Recht und Schweizer Personal verarbeitet. Bei US-Anbietern (AWS, Azure, GCP) mit EU- oder CH-Region greift potentiell der US Cloud Act, was die FINMA und der EDÖB als Risiko bewerten. Siehe swiss-cloud-souverän-hosten und drittlandtransfer-tia.
Was unterscheidet GPT-4o von Claude?
GPT-4o ist stärker bei Multimodalität (Bild, Audio, Live-Video) und allgemeiner Werkzeug-Use; das aktuelle Claude-Spitzenmodell ist stärker bei langem Kontext, Code und Schreib-Qualität in Deutsch. Mai 2026 nutzen viele Schweizer KMU beide parallel und routen Aufgaben per LLM-Gateway. Siehe openai-vs-anthropic-vs-mistral.
Welche GPU brauche ich für Llama 4?
Llama 4 70B 4-Bit quantisiert läuft auf einer einzelnen RTX 4090 (24 GB VRAM) oder RTX 5090 (32 GB) brauchbar, mit etwa 8-15 Tokens pro Sekunde. Für Mehrbenutzer-Workloads zwei H100 (80 GB) oder eine H200 (141 GB). Bei Cloud: Runpod oder Lambda Labs ab CHF 1.50/h. Siehe gpu-kosten-rechner.
Was passiert mit meinen Daten bei OpenAI?
Im Business- und Enterprise-Plan speichert OpenAI Ihre API-Daten standardmässig nicht zur Modell-Verbesserung; Retention beträgt 30 Tage zur Missbrauchs-Prüfung, in Enterprise mit Zero-Data-Retention auch 0 Tage. Im Free- und Plus-Plan ist die Default-Verwendung anders – Opt-Out nötig. Aufbewahrungs-Standort EU bzw. US-Region wählbar. Siehe dsgvo-und-llms.
Wie messe ich KI-Qualität?
Mit einer Eval-Suite: 50-300 Test-Fälle aus Ihrem Geschäft, jede mit erwarteter Antwort. Pro Modell-Update messen Sie automatisch Genauigkeit, Faithfulness (RAG) und Latenz. Mai 2026 sind LangFuse, Helicone oder Promptfoo Standard-Werkzeuge. Siehe eval-frameworks-für-llms und ki-qualität-kpis-rag.
Welche KI-Tools sind DSG-konform?
Es gibt keine offizielle Zertifizierungs-Liste. DSG-konform wird ein Tool durch Ihre Konfiguration: AVV vorhanden, EU- oder CH-Region gewählt, Zero-Data-Retention aktiviert, Audit-Trail eingerichtet, RBAC gesetzt. Mistral La Plateforme (EU), Anthropic mit EU-Workspace, OpenAI Enterprise mit ZDR und EU-Region sowie Schweizer Hosting-Anbieter sind gängige Bausteine. Siehe ndsg-revfadp-ki.
Was kostet ein eigener KI-Server?
Ein KMU-tauglicher GPU-Server (1x RTX 5090 oder 2x RTX 4090) kostet CHF 9000-18000 Anschaffung plus CHF 200-500/Monat Strom bei Vollbetrieb. Vergleich Cloud: äquivalente Cloud-Inferenz ca. CHF 1500-3500/Monat. Break-Even nach 6-12 Monaten Vollbetrieb. Siehe cloud-api-vs-selfhost-break-even und was-kostet-eigenes-llm.
Wie integriere ich KI in Bexio?
Über die Bexio-REST-API plus einen MCP-Server oder einen n8n-Workflow. Typische Use-Cases: Mandanten-Daten aus Bexio in den RAG-Index ziehen, Belege per OCR erfassen und vorkontiert in Bexio importieren, Mahnungen automatisch entwerfen. Aufwand für ein KMU-Setup: 5-15 Tage. Siehe integration-bexio-api.
Was ist der EU AI Act für mich als Schweizer?
Wenn Sie KI-Produkte oder -Dienstleistungen im EU-Markt anbieten, oder wenn EU-Bürger Ihre KI-Ausgaben empfangen, gilt der EU AI Act direkt. Gestaffeltes Inkrafttreten 2025-2027; ab August 2026 greifen die Pflichten für General-Purpose-AI. Auch ohne EU-Markt empfehlen wir Compliance, weil die Schweiz die EU-Regeln mit Verzögerung übernehmen dürfte. Siehe eu-ai-act-2026 und eu-ai-act-kmu-fristen-2026.
Wann brauche ich Fine-Tuning?
Selten. Für 90% der KMU-Use-Cases liefert ein gutes Basis-Modell plus RAG bessere Resultate als Fine-Tuning. Fine-Tuning lohnt sich bei (a) Domänen-spezifischem Vokabular, das im Basis-Modell schwach ist, (b) konsistentem Ausgabe-Format, das per Prompt nicht stabil ist, (c) klar messbarer Aufgabe mit grosser Trainings-Datenmenge. Siehe was-ist-fine-tuning-vs-rag.
Kann KI Steuererklärungen erstellen?
Vorbereiten, nicht final erstellen. KI kann Belege erkennen, vorkontieren, Plausibilitäten prüfen und Entwurfs-Texte für Beilagen verfassen. Die Verantwortung für die finale Erklärung liegt beim Treuhänder; eine Vier-Augen-Prüfung bleibt Pflicht. Siehe ai-steueroptimierung-entwurf.
Wie schult man Mitarbeitende?
In drei Stufen. Stufe 1 (60 Minuten, alle Mitarbeitende): Grundbegriffe, Datenschutz-Regeln, was darf in welchem Tool. Stufe 2 (4 Stunden, Anwender): Prompt-Engineering, Tool-Bedienung, typische Fehler. Stufe 3 (2 Tage, Champions): Use-Case-Bau, Eval-Pflege, Schatten-KI-Detektion. Wiederholung halbjährlich wegen Modell-Updates.
Was ist Schatten-KI?
Mitarbeitende, die KI-Tools auf eigene Faust nutzen – meistens ChatGPT Free im Browser mit Mandanten-Daten in der Eingabe. Datenschutz- und Berufsgeheimnis-Risiko, gleichzeitig oft produktive Pioniere. Antwort ist nicht Verbot, sondern eine sanktionierte Alternative plus klare Regel. Siehe schatten-ki-im-unternehmen.
Wie reagiere ich auf einen KI-Vorfall?
Vier Schritte in den ersten 24 Stunden: (1) Tool stoppen und Mandanten-Daten aus dem Verarbeitungs-Pfad ziehen, (2) Audit-Trail sichern und Vorfall protokollieren, (3) bei Personendaten-Leck binnen 72h Meldung an EDÖB prüfen, (4) Mandanten-Information vorbereiten, wenn Berufsgeheimnis betroffen ist. Detail-Playbook siehe incident-response-playbook.
Was ist der Unterschied zwischen Closed und Open-Weight?
Closed-Weight: die Modell-Gewichte sind nicht öffentlich (GPT-4, Claude, Gemini). Sie nutzen die Modelle nur via API beim Anbieter. Open-Weight: die Gewichte sind downloadbar (Llama, Mistral, Apertus). Sie können das Modell lokal oder bei jedem Cloud-Anbieter selbst betreiben. Souveränität vs Spitzen-Qualität ist der typische Trade-off. Siehe trend-open-weight-vs-closed.
Brauche ich Multimodal-KI?
Falls Sie Belege per OCR erfassen, Verträge mit Tabellen parsen, oder Voice-Telefonie bauen – ja. Falls Sie nur Text verarbeiten (Mahnwesen, Korrespondenz, Notiz-Suche), brauchen Sie kein Multimodal. GPT-4o und das aktuelle Claude-Spitzenmodell sind Mai 2026 multimodal Standard; der Aufpreis ist gering. Siehe was-ist-multimodal-ki.
Wann lohnt sich ein eigenes LLM?
Bei einer Vollauslastung von über 8 GPU-Stunden pro Tag, bei Souveränitäts-Pflicht (FINMA-bewilligte Verarbeitung, sensible Mandanten-Daten unter Berufsgeheimnis) oder bei extrem Latenz-kritischen Use-Cases. Unter 8 GPU-h/Tag ist Cloud günstiger. Siehe self-hosted-vs-cloud-llm.
Wie verhindere ich Prompt-Injection?
Drei Linien. Erstens: System-Prompt klar trennen, User-Eingaben nicht als Anweisungen interpretieren lassen. Zweitens: Eingabe-Filter (OWASP LLM Top 10) gegen bekannte Muster. Drittens: keine Tool-Use mit sensiblen Aktionen (Geld senden, Mandanten-Daten löschen) ohne menschliche Bestätigung. Siehe red-teaming-für-ki.
Was ist MCP?
MCP (Model Context Protocol) ist der von Anthropic im November 2024 veröffentlichte offene Standard, wie LLMs auf Werkzeuge und Datenquellen zugreifen. Mai 2026 von OpenAI, Google und Microsoft adoptiert. Über 500 öffentliche MCP-Server existieren. Für KMU bedeutet das: ein Werkzeug, viele Modelle – kein Lock-in. Siehe was-ist-mcp.
Wie wichtig ist Audit-Trail?
Pflicht in regulierten Branchen (Treuhand unter Art. 957a OR, Banken unter FINMA, Anwälte unter Berufsregeln). Auch ausserhalb stark empfohlen – ohne Audit-Trail lassen sich Modell-Fehler nicht rekonstruieren. Pro KI-Anfrage zu protokollieren: Anwender, Modell, Version, Prompt, Quelle, Antwort, Zeitstempel. Siehe ai-audit-trail-design und art-957a-or-audit-trail.
Wer haftet bei einem KI-Fehler?
Sie als Anwender. Der Anbieter haftet nur für technische Pflichten aus dem Vertrag (Verfügbarkeit, Datensicherheit). Bei einem inhaltlichen Fehler (Halluzination im Mandanten-Brief) haften Sie gegenüber dem Mandanten. Vier-Augen-Prüfung und Eval-Suite sind Ihre Haftungs-Reduktion. Siehe wer-haftet-bei-ki-fehlern.
Welche KI hilft im Mahnwesen?
Ein RAG-System über die letzten 24-36 Monate Mandanten-Korrespondenz plus ein Workflow-Builder (n8n, Make) entwirft Mahnungen automatisch: passendes Mahn-Niveau, kontextbezogener Text, Anhänge mit Belegen. Erwartete Zeit-Ersparnis: 60-80% der Sachbearbeiter-Zeit. Siehe ai-mahnwesen-automation.
Wie integriere ich KI mit M365?
Über die Microsoft Graph API plus, falls Sie ohnehin Copilot lizenziert haben, die nativen Copilot-Integrationen in Outlook, Word und SharePoint. Für Custom-Use-Cases ein MCP-Server zu Graph API; das gibt Ihnen Zugriff auf Mails, Kalender, SharePoint und Teams aus Claude oder GPT. Siehe integration-microsoft-365-graph-api.
Welches LLM ist am günstigsten?
Pro Token ist Mai 2026 die Reihenfolge (input/output je 1M Tokens): DeepSeek V3 ca. CHF 0.20/0.90, Gemini Flash ca. CHF 0.10/0.40, GPT-4o-mini ca. CHF 0.13/0.60, Claude Haiku ca. CHF 0.70/3.50, Premium-Tier (GPT-4o, das aktuelle Claude-Spitzenmodell) ca. CHF 2.50-15. Für hochsensible Daten ist "günstig" weniger wichtig als Daten-Souveränität. Siehe token-kosten-erklärt.
Ist Self-Hosting machbar für KMU?
Ja, aber realistisch erst ab 15-25 aktiven KI-Nutzern oder einer harten Souveränitäts-Vorgabe. Stack: Ollama oder vLLM auf einem RTX-5090- oder H100-Server, plus LiteLLM-Gateway, plus Qdrant für RAG. Aufwand für ein KMU-Setup: 5-10 Tage, laufend ca. 2-4 Stunden pro Monat. Unter 15 Nutzern ist Cloud meist billiger und einfacher. Siehe self-hosted-vs-cloud-llm.
Verwandte Themen
Quellen
- EDÖB – Stellungnahme zu künstlicher Intelligenz und Personendaten · 2026-05
- FINMA – Aufsichtsmitteilung "Operationelle Risiken und KI" · 2026-04
- EU AI Act – Stand der Umsetzung 2026 · 2026-05
- OpenAI – Enterprise Privacy & Data Processing Addendum · 2026-05
- Anthropic – Commercial Terms and Data Processing · 2026-05
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